Stari Bar – Die Ruinenstadt
Ein Running Gag, der sich im Laufe der Zeit auf unserer Reise eingestellt hat, ist, dass ich bei besonders schönen Orten immer sage, dass DIESER aber auf JEDEN Fall in die Top 5 gehört! (Was wäre
das Leben ohne Top-5-Listen, Nitsen und Rob?!) Nun, die besagte Top-5-Liste besteht aber mittlerweile aus gut 30 Orten – wir machen halt nur geile Sachen :-D Ein wirklich großer Teil der
Sehenswürdigkeiten, die wir besuchen, ist einfach unglaublich toll. Letztlich geht es natürlich nicht um Ranglisten, aber man will der Euphorie, die man an diesen wundervollen Orten spürt,
Ausdruck verleihen – und wie krass ist es, dass wir so viele „Top-5-würdige“ Orte besuchen. Stari Bar gehört auf jeden Fall dazu. Die alte Stadt oberhalb der modernen Küstenstadt Bar liegt auf
einem Hügel am Fuße des Rumija-Gebirges. Es ist ein weitläufiger historischer Komplex aus überwachsenen Mauern, zerfallenen Häusern und steilen Gassen. Ein Ort, an dem Wildnis, Geschichte,
atemberaubende Aussicht und das Erkunden jahrhundertealter Ruinen perfekt zusammenfinden.
Ein Ort mit tausendjähriger Geschichte
Stari Bar, oder auch Old Town Bar genannt, zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen archäologischen Stätten der Balkanregion. Erste Erwähnungen datieren ins 10. Jahrhundert zurück, doch die
Anlage geht vermutlich schon auf römische oder noch ältere Ursprünge zurück und war über Jahrhunderte hinweg ein pulsierendes Zentrum an dieser Küste. Die Stadt wechselte im Laufe der
Jahrhunderte mehrfach ihre Herrschaft: Byzantiner und lokale slawische Fürstentümer prägten den Ort. Venezianer nutzten die strategische Lage für Handel und Schutz. Später kontrollierten die
Osmanen die Stadt, bevor sie im 19. Jahrhundert im Zuge der montenegrinisch-osmanischen Kriege erobert wurde. Einen schweren Schlag erlitt die Stadt 1877 während der Belagerung im
montenegrinisch-osmanischen Krieg: Ein Großteil von Bar wurde zerstört, und nach einem verheerenden Erdbeben wurde der Ort dann endgültig verlassen.
Heute ist Stari Bar ein ausgedehntes Freilichtmuseum mit Überresten von mehr als 600 Gebäuden und Strukturen, die aus verschiedenen Epochen stammen. Beim Durchschlendern der engen Gassen fallen
besonders folgende Highlights ins Auge:
Stadtmauern und Festungsanlagen mit bastionsähnlichen Türmen aus dem Mittelalter. Alte Tore und der Uhrenturm, die das Zentrum der Ruinenstadt markieren. Kirchen und religiöse Bauten, darunter
gotische und romanische Elemente sowie Reste ehemaliger Gebetshäuser. Das Aquädukt, ein beeindruckendes Bauwerk osmanischer Herkunft, das früher die Stadt mit Wasser versorgte und heute zu den
größten erhaltenen Aquädukten im ehemaligen Jugoslawien zählt. Spuren des täglichen Lebens, von Wohnhäusern über Handwerksstätten bis zu kleinen Plätzen, die von früherer Betriebsamkeit zeugen.
Rund um die Ruinen sind malerische Wege und Pfade entstanden. Mal schlägt man sich durch hoch gewachsenes Gras, dann erklimmt man Mauern und alte Treppen, um die nächste Ecke warten bewachsene Bögen und Türme, dann wieder atemberaubende Ausblicke auf das Gebirge. Die Atmosphäre ist so besonders und lässt sich auf Fotos nur schwer einfangen, da man die Weitläufigkeit kaum abbilden kann. Wir verbringen hier einen wundervollen Tag und sind mal wieder ganz beglückt von den „perfekten Steinen“. Zum Abschluss sitzen wir in einer Konoba und genießen einen unglaublich guten gegrillten Tintenfisch und eine perfekt gebackene Pizza. Dazu gibt es, gerade sehr beliebt weil die Saison beginnt: frisch gepressten Granatapfelsaft.. und natürlich Katzenbesuch.